In Bosnien wurde die Meldung aufgenommen und mit einem Schulterzucken registriert. Typisch, dachte man sich wahrscheinlich. 14 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica ist nun “der Westen” wieder in ein großes Fettnäpfchen getreten und zeigt der Mehrheit in Bosnien, den Muslimen, “Ihr seid nicht Europa!”
Ab dem kommenden Jahr will nämlich die EU auf das Einreisevisum bei Bürgern aus Serbien, Montenegro und Mazedonien verzichten. Eine unglaubliche Situation wird sich in Bosnien dadurch abzeichnen. Während bosnische Serben und Kroaten mit ihren Pässen frei umherreisen, werden bosnische Muslime weiterhin für ein Visum anstehen. Gleiches gilt übrigens für den Kosovo und Albanien. Somit zementiert die EU einen Zweiklassen-Balkan. Oliver Rehn, Kommissar für die EU-Erweiterung begründet die Entscheidung damit, dass diese Entscheidung nur davon abhing, inwieweit die Staaten Fortschritte auf den Gebieten der Verbrechensbekämpfung und der Sicherheit Fortschritte machten.
Seltsam ist hier nur die Tatsache, dass bosnische Pässe beispielsweise über bbiometrische Maßnahmen verfügen, während dies bei serbischen Pässen nicht einmal angedacht ist.
Am Ende beibt ein seltsamer Geschmack, wenn die Opfer der Massentötungen auf dem Balkan schlechter gestellt werden als die Täter. Dies ist ein gefährliches Signal an eine Region, die auch Europa ist, und in der ein einziger Funke ausreicht, um alte Wunden aufzureißen und sie zu entzünden.




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