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	<title>exoriente - Alles über den Orient</title>
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		<title>???????? (Der Clown) von Fouad Haddad</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 11:21:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik, Film und Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Dichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Fouad Haddad]]></category>

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		<description><![CDATA[
Fouad Haddad, geboren 1927, ist der erste ägyptische Dichter, der eine Gedichtsammlung in ägyptischem Dialekt veröffentlicht hat. Er wird als der König der in diesem Dialekt schreibenden Dichter bezeichnet. &#8220;Der Clown&#8221; ist ein Beispiel seiner durchaus politischen Dichtung, geprägt durch ein Leben, dass den politischen und gesellschaftlichen Wandel in Ägypten gelebt und beeinflusst hat. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/12/haddad_latest.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-658" title="haddad_latest" src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/12/haddad_latest-300x111.jpg" alt="haddad_latest" width="300" height="111" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Fouad Haddad, geboren 1927, ist der erste ägyptische Dichter, der eine Gedichtsammlung in ägyptischem Dialekt veröffentlicht hat. Er wird als der König der in diesem Dialekt schreibenden Dichter bezeichnet. &#8220;Der Clown&#8221; ist ein Beispiel seiner durchaus politischen Dichtung, geprägt durch ein Leben, dass den politischen und gesellschaftlichen Wandel in Ägypten gelebt und beeinflusst hat. In den 70er Jahren erschienen, ist dieses Gedicht heute aktueller denn je. Unter der arabischen Version finden Sie eine englische Übersetzung meinerseits.</p>
<p style="text-align: right;">
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<p style="text-align: left;"><strong>The Clown<br />
<em> by Fouad Haddad</em></strong></p>
<p>I have a short story for you, good boy<br />
It is my father who lived it<br />
Nobody before me engraved it, to make it a message or a written piece<br />
My father was like me a clown, but sad<br />
And I was a cute child<br />
My head is like his head<br />
Its shape is like the shamoot [a breed of orange]<br />
His voice – God bless his soul – was like a whistle<br />
His body moved back and forth like a plow<br />
His bones were bouncing in his dress</p>
<p>Once upon a day&#8230; pay attention<br />
Here comes the main point of the story<br />
The king called my father and the king was greater than the mayor<br />
He hired him as a court jester for the heir to the throne<br />
And he said to my father: „You are more playful than the eel“<br />
If you can make the boy laugh I will increase your income<br />
If you make the boy sad I will cut your throat<br />
Understand my words and walk with your head up high</p>
<p>My father – God bless his soul – had enough problems<br />
He raised the white weapon and cut his own throat by himself</p>
<p>The boy continued to cry and my father died satisfied<br />
My father died satisfied because he opposed the orders of the king</p>
<p>The days when the king was the king<br />
The pocket money of hope was compressed<br />
Since these days I have a cold<br />
And my eyes are like a tap<br />
And my tears are faithful<br />
A sea without coasts</p>
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		<title>Marwa El-Sherbini: Die unfreiwillige Märtyrerin im Krieg der Symbole</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 10:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Islam-Hetze]]></category>
		<category><![CDATA[Länder & Regionen]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Islamophobie]]></category>
		<category><![CDATA[Marwa El-Sherbini]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein paar Türen vom Tatort entfernt begann am 26. Oktober 2009 der Prozess gegen den Mörder der jungen Ägypterin Marwa El-Sherbini, die am 1. Juli 2009 im gleichen Dresdener Gerichtsgebäude mit 18 Messerstichen vor den Augen des verhandelnden Richters regelrecht hingerichtet worden war. Die junge Frau war zu diesem Zeitpunkt im dritten Monat schwanger. Vorrausgegangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/10/marwa.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/10/marwa-300x136.jpg" alt="marwa" title="marwa" width="300" height="136" class="alignleft size-medium wp-image-643" /></a>Ein paar Türen vom Tatort entfernt begann am 26. Oktober 2009 der Prozess gegen den Mörder der jungen Ägypterin Marwa El-Sherbini, die am 1. Juli 2009 im gleichen Dresdener Gerichtsgebäude mit 18 Messerstichen vor den Augen des verhandelnden Richters regelrecht hingerichtet worden war. Die junge Frau war zu diesem Zeitpunkt im dritten Monat schwanger. Vorrausgegangen war der Tat ein Beleidigungsprozess, den Marwa angestrengt hatte, weil ihr Mörder sie im Sommer 2008 auf einem Dresdener Spielplatz als &#8220;Islamistin&#8221; und &#8220;Terroristin&#8221; beschimpft hatte. Marwa hatte lediglich gefragt ob der Mann, der eine Schaukel neben seiner Tochter besetzte, die eigene Schaukel freimachen würde, damit ihr Sohn Mustafa auch schaukeln konnte. Die Staatsanwaltschaft ging in Berufung, da der damals zu einer Geldstrafe verurteilte Täter Muslime als &#8220;nicht beleidigungsfähig&#8221; bezeichnet hatte. </p>
<p>Marwas Mann, Elwy Olkaz, wird dem kleinen Mustafa irgendwann erklären müssen warum seine Mutter starb, warum ausgerechnet in einem Gerichtssaal sterben musste, warum der Mörder seiner Mutter so handelte. Elwy Olkaz, der damals seiner Frau zur Hilfe eilen wollte und tragischerweise im Chaos der Ereignisse angeschossen wurde, weil man annahm, dass er seine Frau angreifen wollte, wird seinem Sohn nicht wirklich erklären können woher diese Feindlichkeit, dieser Menschenhass stammte. </p>
<p><div id="attachment_626" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/10/marwa_funeral.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/10/marwa_funeral-224x300.jpg" alt="Trauernde haben Blumen für die Verstorbene in Dresden niedergelegt." title="marwa_funeral" width="224" height="300" class="size-medium wp-image-626" /></a><p class="wp-caption-text">Trauernde haben Blumen für die Verstorbene in Dresden niedergelegt.</p></div>Der ägyptischen Journalist Abdel-Moneim Said (&#8221;Al-Ahram&#8221;) schrieb zum Mordfall, dass es um Symbole ginge und meiner Meinung nach trifft das wirklich den Kern. Marwa El-Sherbini war eine junge gebildete Muslimin mit Universitätsabschluss, integriert in diese Gesellschaft, aber eben mit dem Kopftuch, welches für viele im Westen lediglich ein Symbol für etwas Fremdes, etwas Bedrohliches ist, etwas, dass vielleicht ein Gefühl von Unsicherheit auslöst, weil Medien wenig dazu beitragen die Religion des Islam differenzierter zu sehen und eher eine diffuse Stimmung verbreiten, dass der Islam, der viel vielfältiger ist als das man ihn auf einen Nenner bringen könnte, Wurzel des internationalen Terrorismus sei. Dabei ist die Wurzel des Terrorismus ein Konglomerat aus politischen Ambitionen, die unter das Fußvolk gebracht werden, wobei Religion ideal ist als Begründerin der Ambitionen, denn Religion an sich, und da ist der Islam keine Ausnahme, ist bedeutungsoffen, mythisch, bedient Emotionen und kann schließlich daher auch zu Konflikten führen. </p>
<p>Abdel Moneim Said hat auch den Karrikaturenstreit angeführt. Auch hier ging es um Symbole und Menschen, die einander verletzen wollten, indem sie Symbole angriffen. Im Karrikaturenstreit ging es um Zeichnungen des Propheten. Kritisiert wurde hier nicht so sehr, dass der Prophet des Islam an sich bildlich dargestellt wurde, sondern vielmehr die Art und Weise der Darstellung, die ihn in direkte Verbindung mit dem islamistischen Terrorismus brachte. Es ging nicht um Kunst, es ging auch nicht um Provokation, es ging viel mehr um Verletzung und um die Anrichtung von Schaden und Schmerzen in einem Krieg der Symbole. Ein Opfer ist Marwa El-Sherbini, die von ihrem Mörder zuallererst als Frau mit Kopftuch gesehen wurde. Vielleicht fragen wir uns was passiert wäre, wenn Marwa kein Kopftuch getragen hätte, aber an sich spielt dies keine Rolle, denn allein schon dieses Gedankenspiel zeigt doch auf welch unsachlicher Ebene wir diese und ähnliche Taten diskutieren. Wir dürfen uns nicht in diesen Krieg der Symbole  hineinziehen lassen. Wir sollten desertieren, jetzt, sofort. Lassen wir uns nicht in Schubladen oder Kategorien stecken, in -Ismen, in öberflächliche Diskussionen um Kopftücher und die Bauhöhe eines Minaretts. Lassen wir uns nicht einreden wir seien verstrickt in einem &#8220;Kampf der Kulturen&#8221; oder von mir aus Zivilisationen. Wir müssen in unserer mehr und mehr globalisierten Welt doch eins feststellen: Wenn wir uns im Krieg befinden, dann befinden wir uns in einem Bürgerkrieg!</p>
<p>Auch die Reaktion beziehungsweise Nicht-Reaktion der Medien und der deutschen Politik spricht Bände. International sorgte der Mord an Frau El-Sherbini sofort für Schlagzeilen, nicht nur in der arabischsprachigen Welt. In Deutschland verschleierten die Medien den Hintergrund der Tat. Am selben Tag konnte man in den Nachrichten lediglich von einem Drama hören, dass sich in einem Dresdener Gerichtssaal abgespielt habe. Den Hintergrund der Geschichte bekamen wir erst Tage später serviert. Schließlich war es dann die negative Berichterstattung im Ausland, die die deutsche Politik dazu veranlasste tätig zu werden und Stellungnahmen abzugeben.</p>
<p>Wir sollten Symbole akzeptieren, sie annehmen, sie verstehen. Wir haben einen Verstand, um gedankliche Konzepte zu entwickeln und wir haben Münder, um diese Konzepte zu äußern. Ich denke es wäre an der Zeit dies auch zu nutzen, anstatt uns zu sehr auf Symbole zu konzentrieren, weil wir denken sie seien einfacher zu verstehen, universeller und vielleicht auch ökonomischer, weil sie Botschaften prägnant nach außen tragen. Ich glaube, dass wir uns zu sehr auf die Universalität von Symbolen verlassen und vergessen, dass Symbole kulturell geprägt sind und daher eben nicht universell und unmissverständlich sind.</p>
<p>Ein symbolhaftes Ereignis will ich dennoch hervorheben, denn es spiegelt doch wieder, dass wir jemanden aus unserer Gesellschaft verloren haben, eine respektable Frau, die sich zur Wehr setzte und es nicht akzeptierte, dass ihr Mörder auch ihrem Sohn Mustafa prophezeite, dass auch er, sobald erwachsen, ein Terrorist werden würde:</p>
<p>Das Fernsehen dokumentierte die Reaktionen und man zeigte trauernde Menschen. Auf den Blich hätte man vermuten können, diese Szenen spielten sich in Kairo ab, aber die ersten Gebete für die verstorbene Marwa El-Sherbini fanden nicht etwa in ihrem Geburtsland Ägypten statt, sondern in Deutschland, in einer Moschee im Zentrum von Dresden. </p>
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		<title>Schweinegrippe: Kairos Flughafen gelähmt</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 17:03:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ägypten]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute morgen gegen 5 Uhr durfte ich den Flughafen Kairo endlich verlassen. Unsere Maschine landete gegen 3 Uhr. Ich dachte mir, dass ich bald ankommen könnte, um meine Koffer auspacken, eine Dusche zu nehmen und zu schlafen, aber es war ganz anders. Vor der Einreisekontrolle am ägyptischen Flughafen spielten sich teils dramatische Szenen ab. Hunderte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute morgen gegen 5 Uhr durfte ich den Flughafen Kairo endlich verlassen. Unsere Maschine landete gegen 3 Uhr. Ich dachte mir, dass ich bald ankommen könnte, um meine Koffer auspacken, eine Dusche zu nehmen und zu schlafen, aber es war ganz anders. Vor der Einreisekontrolle am ägyptischen Flughafen spielten sich teils dramatische Szenen ab. Hunderte von Menschen standen vor 5 Schaltern, um einen Einreisestempel zu bekommen. Es war heiß und Kinder weinten und schrien, die Luft war zum Schneiden. Vorallem Reisende aus dem arabischen Raum forderten lautstark in Sprechchören eine schnelle Lösung der Situation. Es hat zwei Stunden gedauert bis ich den Flughafen verlassen konnte. Mitunter musste die Flughafenpolizei Streitigkeiten schlichten und die Atmosphäre war gespannt. Ich jedenfalls machte mich jeden Moment auf eine Massenpanik gefasst, weil die Enge nicht mehr auszuhalten war.</p>
<p>Direkt nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug wartete dann die erste Überraschung auf mich: Ich hatte Berichte über installierte Wärmebildkameras gelesen, die Menschen mit Fieber registrieren sollten. Geglaubt habe ich den Berichten nicht, denn zu oft sind die Sicherheitsmaßnahmen in Ägypten nur optischer Natur. Tatsächlich musste jeder eine Karte über seinen Gesundheitszustand ausfüllen und sich von der Wärmebildkamera scannen lassen. Die dort tätigen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums trugen Schutzmasken, wie auch viele der Reisenden. </p>
<p>Bisher erkrankten laut offiziellen Angaben 8 Menschen in Ägypten an der sogenannten Schweinegrippe. Bisher ist noch kein Todesopfer zu beklagen.</p>
<p>Scharfe Kritik hatte das bisherige Verhalten der Regierung ausgelöst. Man ließ kurzerhand alle Schweine in Ägypten schlachten, obwohl nachweislich <a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/egypt_flu_latest.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/egypt_flu_latest-300x151.jpg" alt="egypt_flu_latest" title="egypt_flu_latest" width="300" height="151" class="alignleft size-medium wp-image-612" /></a>das Tier an sich nichts mit der Infektion am Menschen zu tun hat.</p>
<p>Ich schwanke bei der Beurteilung dieser Pandemie, wie sie inzwischen charakterisiert wird, zwischen Gleichgültigkeit, denn Grippe ist Grippe, und einer nicht zu erklärenden Angst, es könne ja doch schlimmer werden, was sicherlich mit der Berichterstattung zu tun hat, die ein Bild zeichnet als hätte die Pest oder Ebola und nicht eine Grippe die Welt im Griff.</p>
<p>Ich frage mich, ob der Fastenmonat in dem Hunderttausende von Menschen nach Kairo kommen werden diesmal noch chaotischer wird. Gut, dass ich den Flughafen schon hinter mich gebracht habe&#8230; Herzlich Willkommen in Kairo!</p>
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		<title>Europa spaltet den Balkan</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 22:14:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Balkan]]></category>
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		<category><![CDATA[Oliver Rehn]]></category>
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		<description><![CDATA[In Bosnien wurde die Meldung aufgenommen und mit einem Schulterzucken registriert. Typisch, dachte man sich wahrscheinlich. 14 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica ist nun &#8220;der Westen&#8221; wieder in ein großes Fettnäpfchen getreten und zeigt der Mehrheit in Bosnien, den Muslimen, &#8220;Ihr seid nicht Europa!&#8221;
Ab dem kommenden Jahr will nämlich die EU auf das Einreisevisum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/bosnia-europe.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/bosnia-europe-300x111.jpg" alt="bosnia-europe" title="bosnia-europe" width="300" height="111" class="alignleft size-medium wp-image-608" /></a>In Bosnien wurde die Meldung aufgenommen und mit einem Schulterzucken registriert. Typisch, dachte man sich wahrscheinlich. 14 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica ist nun &#8220;der Westen&#8221; wieder in ein großes Fettnäpfchen getreten und zeigt der Mehrheit in Bosnien, den Muslimen, &#8220;Ihr seid nicht Europa!&#8221;</p>
<p>Ab dem kommenden Jahr will nämlich die EU auf das Einreisevisum bei Bürgern aus Serbien, Montenegro und Mazedonien verzichten. Eine unglaubliche Situation wird sich in Bosnien dadurch abzeichnen. Während bosnische Serben und Kroaten mit ihren Pässen frei umherreisen, werden bosnische Muslime weiterhin für ein Visum anstehen. Gleiches gilt übrigens für den Kosovo und Albanien. Somit zementiert die EU einen Zweiklassen-Balkan. Oliver Rehn, Kommissar für die EU-Erweiterung begründet die Entscheidung damit, dass diese Entscheidung nur davon abhing, inwieweit die Staaten Fortschritte auf den Gebieten der Verbrechensbekämpfung und der Sicherheit Fortschritte machten.</p>
<p>Seltsam ist hier nur die Tatsache, dass bosnische Pässe beispielsweise über bbiometrische Maßnahmen verfügen, während dies bei serbischen Pässen nicht einmal angedacht ist. </p>
<p>Am Ende beibt ein seltsamer Geschmack, wenn die Opfer der Massentötungen auf dem Balkan schlechter gestellt werden als die Täter. Dies ist ein gefährliches Signal an eine Region, die auch Europa ist, und in der ein einziger Funke ausreicht, um alte Wunden aufzureißen und sie zu entzünden.</p>
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		<title>Die Deutsche Islamkonferenz: Von Ehrenmorden, Ganzkörperbadeanzügen und dem Schaulaufen der Panikmacher</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 22:13:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Islamkonferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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		<description><![CDATA[Außgerechnet Innenminister Wolfgang Schäuble, Innenminister und Prophet und Verkünder der Endzeit des Abendlandes, war es, der am 27. September 2006 den Startschuss für die erste Sitzung der Deutschen Islamkonferenz gab. Die Deutsche Islamkonferenz bzw. das Innenministerium äußern ein ehranhaftes Ziel, aber meiner Meinug nach reicht die Integration der Muslime (er auch immer damit gemeint sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/dik_latest.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/dik_latest-300x275.jpg" alt="dik_latest" title="dik_latest" width="300" height="275" class="alignleft size-medium wp-image-588" /></a>Außgerechnet Innenminister Wolfgang Schäuble, Innenminister und Prophet und Verkünder der Endzeit des Abendlandes, war es, der am 27. September 2006 den Startschuss für die erste Sitzung der Deutschen Islamkonferenz gab. Die Deutsche Islamkonferenz bzw. das Innenministerium äußern ein ehranhaftes Ziel, aber meiner Meinug nach reicht die Integration der Muslime (er auch immer damit gemeint sein mag) für ein Gutes Miteinander nicht mehr aus.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ziel des langfristig angelegten Dialoges zwischen staatlichen und muslimischen Vertretern ist eine bessere religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung und ein gutes Miteinander aller Menschen in Deutschland, gleich welchen Glaubens.&#8221; (<a href="http://www.deutsche-islam-konferenz.de/cln_110/nn_1319566/SubSites/DIK/DE/DieDIK/diedik-node.html?__nnn=true">Ziele der DIK</a>)</p></blockquote>
<p>Leider hat die Islamkonferenz meiner Meinung nach versagt und sie hat entäuscht. Sie war ein Schaulaufen der personifizierten Eitelkeiten. Wie zum Beispiel die unsagbare Necla Kelek, Soziologin, die von arrangierten Ehen schreibt, von Zwangsheirat vom Schicksal junger Frauen, gepeinigt durch ein islamisch gesprägtes Umfeld, endend im genuin-islamisch deklarierten Ehrenmord. Willkommen in Deutschland!</p>
<p>Wenn Frau Kelek sich differenzierter der Sache genähert hätte, dann würde sie Integrationsschwierigkeiten nicht an religiöser Überzeugung festmachen, denn genau wie die geringgebildete anatolische Arbeiterfamilie unser Türkeibild vorschreibt, so sind es auch die Negativschlagzeilen, die alles unter einem religiösen bzw. ideologischen Aspekt sehen wollen.</p>
<p>Es ist fatal und zeigt die Hilflosigkeit der Beteiligten, wenn die Konferenteilnehmer wieder die Kopftuchdebatte führen, die wenig feingeistig aufzeigt, was wirklich die Unterdrückung der Frau bedeutet, da tatsächlich auch bekopftuchte Damen zu Wort kommen: Ihr zu sagen, dass sie keine Kopfbedeckung zu tragen hat.</p>
<p>Ein weiteres Thema war Bildung: Ja, es ging natürlich am Rande auch darum die Bildungschancen von sogenannten Kindern mit Migrationshintergrund zu erhöhen (Anmerkung: Ich bin auch eins!). Viel wichtiger schien dann doch die Diskussion über den Sportunterricht zu sein. Und hier taucht wieder die sogenannte Islamkritikerin Necla Kelek auf, die 2006 in einem Bericht für das Bundesamt für Flucht und Migration schrieb, es gäbe &#8220;eine erhebliche Verweigerungshaltung&#8221; der Eltern, ihre Töchter in den Sportunterricht zu schicken. Das zieht natürlich ein großes Medieninteresse nach sich, denn das sind die Themen, die interessieren: Ehrenmorde, sogenannte &#8220;islamische&#8221; Ganzkörperbadeanzüge und Konvertiten, zu Super-Muslimen mutierte Deutsche, die nichts anderes im Sinne haben als die Weltherrschaft an sich zu reißen.</p>
<p>Hier zeigen sch mehrere Probleme: Ein großer Teil der Jungendlichen mit Migrationshintergrund ist faktisch deutscher Staatsangehörigkeit. Über die religiöse Schiene, hier also den Islam, zu versuchen, sie zu &#8220;Nichtdeutschen&#8221; zu machen ist perfide und lenkt ab, denn das Problem ist nicht die Religion, die im Falle des Islam viel vielschichtiger und diskursoffener ist als es zum Beispiel die katholische Kirche jemals war. Das Problem ist schlicht und ergreifend Armut und die macht keinen Halt vor Staatsangehörigkeiten, Hautfarbe oder der Art und Weise der Religiosität.</p>
<blockquote><p>&#8220;Laut der Studie haben 45 Prozent der in der Bundesrepublik lebenden Muslime ausländischer Herkunft einen deutschen Pass.&#8221; (<a href="http://www.tagesschau.de/inland/muslimeindeutschland100.html">Tagesschau.de zitiert das Bundesamt für Flucht und Migration</a>)</p></blockquote>
<p>An anderer Stelle wird gesagt, dass das Bundesamt es als positiv betrachte, dass mehr als die Hälte dieser Muslime inzwischen in deutschen Vereinen eine Mitgliedschaft haben&#8230; eine seltsame  Vorstellung, die da vom &#8220;Deutschsein&#8221; vermittelt wird&#8230;</p>
<p>Das gleiche Ministerium für Migration und Flüchtlinge, dass 2006 von einer &#8220;erheblichen Verweigerungshaltung&#8221; sprach, sagte nun im Zuge der aktuellen Sitzungsperiode der Deutschen Islamkonferenz, dass die &#8220;große Mehrzahl&#8221; der Schülerinnen und Schüler aus muslimisch geprägten Ländern am Sportunterricht teilnähmen.</p>
<p>Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gerade das Thema Sportunterricht / Schwimmunterricht in den Medien und auch von der DIK so in den Mittelpunkt gestellt, dass einem der Gedanke kommt, der Herr Innenminister benutzt diese Veranstaltung lediglich als Werbeplattform. Ihm wird klar sein, dass er nicht mehr Everybody&#8217;s Darling wird. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob erwirklich glaubt deutschen Muslimen und hier lebende ausländische Muslime beeindrucken zu können durch eine Reduktion des Islam auf das Kopftuch und den Islamismus. Die jungen Familien muslimischen Glaubens die ich kenne, haben einfach kein Geld, leben auf beengtem Raum und fühlen sich verunsichert. Da wird schnell die Absage der Klassenfahrt der kleinen elfjährigen Sevil von der Schulleitung religiös umgedeutet. Das sich die Eltern schämen, weil sie ihrem Kind die Fahrt nicht bezahlen können, darauf kommt niemand&#8230;</p>
<p>Ich glaube eines ist aber auch entscheidend: Wir als Deutsche müssen auch unsere Identität finden in einer globalisierten Welt, denn wir können nicht mehr behaupten Deutschland sei kein Einwanderungsland und wie wir wissen hat das religiöse Bekenntnis immer weniger mit der Herkunft oder der Nationalität zu tun. Wenn wir uns nicht von uns selbst entfremden möchten, dann müssen wir akzeptieren, dass wir gezwungen sind in einer Diversität zu leben, dieser Zwang aber ein positiver Zwang ist, solange wir uns nicht aus Unkenntnis und daraus resultierender Angst zurückziehen. Fragen sollten gestellt werden und Fragen sollten klar beantwortet werden. Kopftuchdebatten sind ganz hübsch, um auch einmal zu beweisen, dass das Kopftuch nicht den Verstand einer Frau verhüllt, tragen aber wenig zum Verständnis der Vielfältigkeit des Islam bei. </p>
<p>Eine ältere Mitbürgerin sagte mir einmal, sie hat &#8220;Angst vor der Islamisierung&#8221;, sprach von &#8220;der Überfremdung&#8221;. Ich konnte nur sagen: &#8220;Gewöhnen Sie sich dran&#8221;, und dachte mir dabei, dass das ja kein neues Phänomen ist, denn gerade die arabisch-islamische Welt lebt von ihrer Vielfalt und die an sich arabische Urgemeinde ist auch &#8220;überfremdet&#8221; worden. Nur hat man das Beste aus diesem Prozess gemacht und nicht versucht etwas aufzuhalten, was nicht aufzuhalten ist.</p>
<p><strong>Nun zurück zu den Teilnehmern, einem Schaulauf der Panikmacher?</strong></p>
<p><div id="attachment_537" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/stern_gefaehrlicherislam.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/stern_gefaehrlicherislam-225x300.jpg" alt="Die ungeklärten Hintergründe der vermeintlichen Sauerländer Terrorzelle und der Konvertitenstatus eines Beteiligten lässt den Stern eine Frage stellen, die ich mich in Bezug auf viele Dinge stelle..." title="stern_gefaehrlicherislam" width="225" height="300" class="size-medium wp-image-537" /></a><p class="wp-caption-text">Die ungeklärten Hintergründe der vermeintlichen Sauerländer Terrorzelle und der Konvertitenstatus eines Beteiligten lässt den Stern eine Frage stellen, die ich mich in Bezug auf viele Dinge stelle...</p></div>Personen wie Necla Kelek tragen meiner Meinung auch nicht dazu ebi irgendeine Art von Integrationsarbeit zu leisten oder die Lebenswirklichkeit der hier lebenden Muslime den Nicht-Muslimen zu erklären. Sie selbst hat sich doch distanziert, ja stülpt über die arabisch islamische Welt grausame Traditionen und Erziehungsmuster, die wir vor hundert oder zweihundert Jahren im Westen doch ebenso praktiziert haben. Was hat das also mit Islam zu tun? Ich halte es außerdem gefährlich, dass man Personen an den Tisch holt, die zwar eine wissenschaftliche Ausbildung haben, die sich aber bislang eher prätentiös über den Islam geäußert haben und denen eine Negativstimmung einen besseren Absatzmarkt für ihre Bücher liefert und je mehr darin der Islam und nicht etwa im Falle der Zwangsheirat oder des sogenannten Ehrenmordes die türkische Gesellschaft als Verursacherin gekennzeichnet wird, ums so mehr fühlen sich die Käufer doch bestätigt.</p>
<p><div id="attachment_538" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/focus_spiegel.jpg"><img src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/07/focus_spiegel-300x194.jpg" alt="Der Focus hilft wieder Nationalität und religiöse Überzeugung messerschaft zu trennen und ein Spiegel Spezial warnt vor Reisen in ein Land, dass niemand kennt. Kann mir jemand helfen?" title="focus_spiegel" width="300" height="194" class="size-medium wp-image-538" /></a><p class="wp-caption-text">Der Focus hilft wieder Nationalität und religiöse Überzeugung messerschaft zu trennen und ein Spiegel Spezial warnt vor Reisen in ein Land, dass niemand kennt. Kann mir jemand helfen?</p></div>Wir erleben doch einen Boom dieser neuartigen Opferliteratur: Meißt Frauen, die wirklich schlimme Dinge erlebt haben, aber nicht so weit gegangen sind zu analysieren, womit das Leid, dass ihnen geschehen ist wirklich zusammenhängt. Was wir schon bei Betty Mahmoodys &#8220;Nicht ohne meine Tochter&#8221; hatten,finden wir nun auch, und in einer viel größeren Quantität bei der Rechtsanwältin Seyran Ates (ebenfalls Mitglied der DIK). Meiner Meinung nach persönlich befangene Vertreter, genauso wie der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,230067,00.html">Innenminister selbst</a> (psst, nicht weitersagen).</p>
<p>Auch das die DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.) vertreten ist, ist ein Skandal. Hier hat man alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Wieso muss ein faktischer Regierungsvertreter der Türkei am Tisch der Deutschen Islamkonferenz sitzen?</p>
<p>Einzig Positiv: Islamwissenschaftler kommen zu Wort. Mit Frau Havva Yakkar und Herrn Dr. Navid Kermani, der mit seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch die Masse fesseln kann, hat die DIK vielleicht noch die Möglichkeit zu differenzierteren Ergebnissen zu kommen.</p>
<p>Wobei das Fazit eigentlich sein müsste: Weniger ist mehr! Weniger Islam &#8211; mehr gute Bildungs- und Sozialpolitik für alle Menschen in Deutschland, welche Wege sie zu Gott auch gehen mögen&#8230;</p>
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		<title>Mahmoud Darwish und &#8220;Das Opfer&#8221; (&#8221;Al Qurban&#8221;)</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 00:10:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik, Film und Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[al qurban]]></category>
		<category><![CDATA[arabische Dichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Mahmoud Darwish]]></category>
		<category><![CDATA[Palästina]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 9.  August 2008 starb Mahmoud Darwish, die wie er genannt wurde &#8220;Stimme der Palästinenser&#8221;, geboren 1941 in Barwa bei Akkon (heute im Norden Israels) floh seine Familie 1948 in den Libanon. Als Kind lernte er Hebräisch, ging auf die Oberschule in Nazaret, dann nach Haifa. Bereits als Kind dichtete er und so manches Mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 9.  August 2008 starb Mahmoud Darwish, die wie er genannt wurde &#8220;Stimme der Palästinenser&#8221;, geboren 1941 in Barwa bei Akkon (heute im Norden Israels) floh seine Familie 1948 in den Libanon. Als Kind lernte er Hebräisch, ging auf die Oberschule in Nazaret, dann nach Haifa. Bereits als Kind dichtete er und so manches Mal wurde er für seine Zeilen bestraft. So soll er als Junge ein Gedicht geschrieben haben über einen Palästinenser, der mit einem Israeli spielte. Als er sich 1973 der PLO anschloss, wurde ihm die Einreise in seine einstige Heimat verwehrt. 1995 durfte er sich vier Tage lang in Haifa aufhalten und erhielt schließlich die Genehmigung sich in Ramallah niederzulassen.</p>
<p>Eines seiner bekanntesten und beliebtesten Gedichte ist die <a href="http://www.ipk-bonn.de/kultur/news/2008081401.html" target="_blank">&#8220;Identitätskarte&#8221; (1964)</a></p>
<p>Mit zunehmender Zeit wurde Palästina immer mehr zur Metapher für den Verlust von Eden, für Geburt und Wiederauferstehung, für die unrechtmäßige Vertreibung und das Exil, seine Poesie sich erst am klassisch-arabischen Ideal orientierend zu einer machtvollen identitätsstiftenden Quelle für die Palästinenser.</p>
<p>Ein Bespiel für die späte Dichtung des Darwish findet sich in &#8220;Das Opfer&#8221; von 2002. Dies ist ein bisher unveröffentlichtes Gedicht, von dem es meines Wissens nach noch keine Übersetzung gibt. Darwish hat es aber  bei verschiedenen Lesungen vorgetragen, so zum Beispiel in Jordanien.</p>
<p>Nachfolgend haben Sie die Möglichkeit sich den Vortrag anzusehen, sowie eine mit Musik untermalte Aufnahme herunterzuladen.</p>
<p>Ich habe mir die Mühe gemacht eine Übersetzung anzufertigen, die sicherlich nicht die Bedeutungsvielfalt der Bilder und Konnotierungen wiedergeben, die für Darwish so kennzeichnend sind, so wird jeder einen Text anders lesen können: Religiös, politisch, philosophisch, rein ästhetisch&#8230;</p>
<p>Nachfolgend haben Sie die Möglichkeit sich den Vortrag anzusehen, sowie eine mit Musik untermalte Aufnahme herunterzuladen. Danach folgt die Übersetzung.</p>
<p><!-- Smart Youtube --><span class="youtube"><object width="625" height="573"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JcfMM382OhU&amp;rel=0&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=1&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=0&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><embed wmode="transparent" src="http://www.youtube.com/v/JcfMM382OhU&amp;rel=0&amp;color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=1&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;autoplay=0&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="625" height="573" ></embed><param name="wmode" value="transparent" /></object></span><a href="http://www.youtube.com/watch?v=JcfMM382OhU"><img src="http://img.youtube.com/vi/JcfMM382OhU/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>
<p><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/06/Darwish-al-qurban.mp3">Mahmoud Darwish ließt &#8220;Al Qurban&#8221; (Begleitet durch eine &#8216;Oud)</a></p>
<p>Sie können Sich die Aufnahme herunterladen indem Sie mit der rechten Maustaste auf den obigen Link klicken und &#8220;Speichern unter&#8221; wählen.</p>
<p><strong>Das Opfer (???????)<br />
von Mahmoud Darwish</strong></p>
<p>Vorwarts, schreit&#8217; voran allein<br />
Um dich herum warten die Hohepriester auf Gottes Befehl<br />
So steig&#8217; auf</p>
<p>Oh du Opfergabe, zugewandt dem steinernen Altar<br />
Oh du Opferhammel<br />
Unsere Erlösung<br />
Steig auf stark</p>
<p>Dein ist unsere Liebe<br />
Unsere heiseren Lieder in der Wüste<br />
Bring&#8217; das Wasser aus dem Zwielicht der Fata Morgana<br />
Und erwecke die Toten<br />
In deinem Blut ist die Antwort<br />
Wir töteten dich nicht<br />
Töteten nicht einen Propheten.<br />
Außer, um die Auferstehung auf die Probe zu stellen<br />
So stell&#8217; du uns auf die Probe in diesem stählernen Staub<br />
Sterbe, um zu wissen, wie sehr wir dich lieben<br />
Sterbe, um zu wissen<br />
Wie dein volles Herz auf unsere Gebete fällt<br />
Reife Datteln</p>
<p>Dein ist die Gestalt des Sinnes<br />
So kehre nicht zurück zu deinen Gebeinen<br />
Lass&#8217; deinen Namen zurück im Echo<br />
Eine Eigenschaft für etwas<br />
Sei eine Ikone für die Irrenden<br />
Und eine Zierde für die Schlaflosen</p>
<p>Sei ein Märtyrer, bezeugend mit einem fröhlichem Gesicht<br />
Welche der Wohltaten sind es, die wir leugnen?<br />
Wer läutert uns außer du?<br />
Und wer befreit uns außer du?<br />
Du wurdest geboren an unserer Stelle<br />
Wurdest geboren aus Licht und Feuer<br />
Und wir waren die Tischler<br />
Talentiert<br />
Das Kreuz zu fertigen<br />
So nimm das Kreuz und steig&#8217; auf über die Plejaden</p>
<p>Vorwärts, schreit&#8217; voran allein<br />
Oh du unsere einzige Metapher<br />
Über dem Abgrund der Poeten<br />
Wir sind schlafende Nichtsnutze<br />
Auf den Rücken der Pferde<br />
Wir ersuchen dich um Loyalität<br />
So sei treu der Menschheit und der Botschaft</p>
<p>Sei treu der schönen Mythen, sei treu<br />
Welche der Wohltaten sind es, die wir leugnen?<br />
Die Planeten sind in deinen Händen<br />
So sei unser letztes Zeichen<br />
Sei unsere letzte Äußerung in den Trümmern des Alphabets<br />
Wir hören nicht auf zu leben, auch wenn wir tot sind<br />
Auf dein Blut haben wir vertraut</p>
<p>Führe uns<br />
Und lasse dein reines Blut für uns scheinen<br />
Niemand bat um Vergebung für deine Wunden<br />
Wir alle sagten zu den Römern: Wir sind nicht mit ihm<br />
Und übergaben dich dem Henker<br />
So vergib uns unseren kleinen Verrat<br />
Oh Bruder, gesäugt an derselben Brust<br />
Wir wussten nicht was passierte<br />
So sei gnädig und zufrieden</p>
<p>Wir werden die Vision für glaubwürdig erachten<br />
Werden an die ungewöhnliche Ehe glauben<br />
Zwischen dem Geist und dem heiligen Körper<br />
Alle Rosen der Erde genügen nicht deinem Thron<br />
Die Erde wurde leicht, rund<br />
Dann flog sie wie eine Taube in deinen Himmel<br />
Oh du edles Opfer<br />
Brenne<br />
Um uns zu entzünden, um einen fernen Stern zum Blühen zu bringen.</p>
<p>Höher und höher<br />
Du bist nicht von uns, solltest du herabsteigen und sagen:<br />
Mein ist ein Leib, mich quälend am Holze des Kreuzes<br />
Und solltest du sprechen, du würdest erwachen<br />
Und unsere Realität enthüllen<br />
Sei ein Traum, den wir träumen dürfen<br />
Sei nicht menschlich<br />
Oder ein Baum<br />
Sei ein unzugängliches Rätsel</p>
<p>Möge dich zelebrieren all&#8217; das, was grünt<br />
Von den Bäumen und den Steinen<br />
Von den Dingen, welche der Schmetterling vergisst<br />
In der Stunde des jüngsten Gerichts [am Ende der Zeit; abwegig: Mitte der Straße]<br />
Ein Gedicht<br />
Und mögen dich zelebrieren all diejenigen, die ohne Erinnerung sind<br />
Oder ein glänzender Mond</p>
<p>Zerbrich&#8217; nicht<br />
Siege nicht<br />
Sei schwebend zwischen beidem<br />
Wenn du brichst, besiegst du uns<br />
Und wenn du siegst, dann zerbrichst du uns<br />
Also sei ein toter Lebender<br />
Und ein lebendiger Toter<br />
Sodass die Hohepriester ihr Handwerk fortsetzen mögen<br />
Sei eine verborgene Erscheinung</p>
<p>Mögest du allein bleiben, erhaben<br />
Die schwere Zeit berührt nicht deinen Lebensbereich<br />
So steig auf, so hoch du kannst<br />
Denn du bist der schönste von uns, wenn du ein Märtyrer  bist<br />
Sei so weit entfernt, wie du kannst<br />
Sodass wir in der Offenbarung deinen Schatten erblicken<br />
Eine purpurne Karte</p>
<p>Friede sei mit dir am Tag an dem du geboren wurdest<br />
Im Land des Friedens<br />
Und am Tag an dem du gestorben bist<br />
Und am Tage an dem du auferstehst<br />
Aus der Dunkelheit des Todes</p>
<p>Lebend</p>
<p>(ins Deutsche übertragen von Daniel Roters)</p>
<p><a href="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2009/06/Mahmoud-Darwish-Al-Qurban_dt.pdf">Mahmoud Darwish -- &#8220;Al Qurban&#8221; -- dt. Übersetzung von Daniel Roters</a></p>
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		<title>Gaza blutet: Bodenoffensive gestartet</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2009 20:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Palästina]]></category>
		<category><![CDATA[ex oriente]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Minuten nun bewegen sich Bodentruppen Israels über die Grenze in den Gaza-Streifen. Zum ersten Mal seit acht Tagen werden zusätzlich zu den Luftangriffen Atilleriegeschosse eingesetzt. Während die Luftangriffe ununterbrochen weitergehen führt die israelische Armee nun die sogenannte Phase 2 ihrer Operation durch. Ziel sei es Hamas-Stellungen direkt anzugreifen und die Führungsriege auszuschalten. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Minuten nun bewegen sich Bodentruppen Israels über die Grenze in den Gaza-Streifen. Zum ersten Mal seit acht Tagen werden zusätzlich zu den Luftangriffen Atilleriegeschosse eingesetzt. Während die Luftangriffe ununterbrochen weitergehen führt die israelische Armee nun die sogenannte Phase 2 ihrer Operation durch. Ziel sei es Hamas-Stellungen direkt anzugreifen und die Führungsriege auszuschalten. Das Ziel soll die Übernahme der Startvorrichtungen für die von der Hamas eingesetzten Raketen sein, Major Avital Leibovich von der israelischen Armee.</p>
<p>Auf die Frage wie zivile Opfer vermieden werden begegnete Leibovich, dass die Hamas wenig darum bemüht sei die Zivilbevölkerung zu schützen. Die aktuelle Situation sei nicht durch Israel hervorgerufen worden. Über die Dauer der Operation wollte Leibovich keine Angaben machen. Sie stellte klar: &#8220;Everything related to Hamas is a legitimate target.&#8221;</p>
<p>Fakt ist, dass der Strom in Gaza ausgefallen ist und die Bevölkerung, selbst wenn sie wollte, nicht fliehen kann. Die Grenzen sind dicht und die Grenze zu Ägypten ist nur für wenige Hilfslieferungen geöffnet worden. Die Menschen haben keinen Ausweg. Es gibt keinen Treibstoff. Es fehlten regelmäßig Ressourcen, um Schutzräume einzurichten. Die Bevölkerung wurde durch Flugblätter aufgefordert den Weg für die Armee freizumachen. Ort erster Kampfhandlungen ist Bait Hanun, unweit von Gaza-Stadt.</p>
<p>Ehud Barak machte in einer vor Minuten anberaumten Pressekonferenz klar, dass Israel sich auf Verluste einstellen müsse. Die Operation sei nicht leicht und nicht kurz. Er stellte auch klar, diese Aktion sei unabdingbar um die &#8220;Gefahr für die Zukunft zu beseitigen&#8221;.</p>
<p>Olmerts Büro bestätigte, dass zehntausende Reservisten noch einberufen würden. Aus Kreisen des israelischen Verteidigungsministeriums stehen alleine zehntausend Soldaten an den Grenzgebieten zur Verfügung. Gleichzeitig wurden die Bewohner im Süden Israels aufgefordert sich für die nächsten 48 Stunden in Schutzräume zu begeben.</p>
<p>Arabische Stimmen sprechen bereits von der Wiederbesetzung Gazas durch die israelische Armee. Der Chef-Unterhändler der Palästinenser Saeb Erakat stellte klar, dass alles unter ägyptischer Moderation versucht worden sei, um die Situation zu lösen. Er stelle auch klar, dass die militärische Offensive die Lage nur weiter komplizieren werde.</p>
<p>Meiner Meinung nach wird die Situation zwangsweise dazu führen, dass sich kampfbereite Männer bewaffnen werden und sich Seite an Seite mit Milizen der Hamas einen Guerllia-Kampf mit den israelischen Truppen liefern, nötigenfalls mit Steinen und selbstgebastelten Bomben. Jedes zivile Opfer und die Bilder von Toten Männern, Frauen und Kindern, die nicht vor den Geschossen fliehen konnten, werden die gesamte islamische Welt in Aufruhr versetzen, egal wie oft Israel beteuert, dass das Ziel der Operation die Hamas sei. Hier wird die israelische Armee nicht mit widrigem Terrain, den Bergen des Libanon, zu kämpfen haben, sondern mit Bergen von Menschen in einem einem Gebiet, welches zu den dichtbesiedelsten Gebieten der Welt gehört.</p>
<p>Auch aus Medienkreisen werden kritische Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass Israel eine Berichterstattung aus Gaza verhindert.</p>
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		<title>Gaza blutet: Auge um Auge&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 14:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir stehen vor einer dritten Intifada, dem Aufstand der Palästinenser gegen Israel, wenn wir Hamas-Chef Chalid Maschal Glauben schenken. Heute ist der zweite Tag der israelischen Luftangriffe auf Gaza seit Ende des Waffenstillstands und vereinzelter Raketenangriffe auf Randgebiete israelischer Siedlungen. Die moderatere Fatah-Bewegung unter Mahmoud Abbas gab indes Hamas die Schuld an der Gewalteskalation.
Bei diesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir stehen vor einer dritten Intifada, dem Aufstand der Palästinenser gegen Israel, wenn wir Hamas-Chef Chalid Maschal Glauben schenken. Heute ist der zweite Tag der israelischen Luftangriffe auf Gaza seit Ende des Waffenstillstands und vereinzelter Raketenangriffe auf Randgebiete israelischer Siedlungen. Die moderatere Fatah-Bewegung unter Mahmoud Abbas gab indes Hamas die Schuld an der Gewalteskalation.</p>
<p>Bei diesen seit jahrzehnten schwersten Angriffen durch Israel sind bisher rund 300 Menschen ums Leben gekommen. Nach palästinenstischen Angaben wurden rund 1000 Menschen verletzt. Während des ersten neunstündigen Angriffs auf Gaza am Samstag warf die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben Bombem mit einem Gewicht von insgesamt mehr als 100 Tonnen ab. Ziel waren nach israelischen Angaben Waffenlager, Werkstätten zum Bau von Raketen und mitlitärische Ausbildungslager. Am Abend hatte man mit der Bombardierung der Grenzgebiete begonnen, von denen in der Vergangenheit immer wieder vereinzelt Raketen auf israelische Siedlungen gefeuert wurden. Am zweiten Tag der Bombadierungen zerstörte die israelische Luftwaffe den Hamas Sender Al Aksa TV, der seine Übertragungen durch mobile Übertragungseinrichtungen aufrechterhält, um die Bevölkerung von Gaza über die Angriffe zu informieren. Beim Angriff auf den Sender wurde auch eine Moschee, ein zentrales Medikamentenlager und geschmuggelte Treibstoffreserven vernichtet. Angrenzend an der Moschee befindet sich das größte Krankenhaus Gazas. Die Moschee wurde zerstört mit der Begründung, in der Moschee hätten &#8220;terroristische Aktivitäten&#8221; stattgefunden.</p>
<p>Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Bevölkerung Gazas per SMS über die bevorstehenden Angriffe informiert, soweit diese in Gebieten wohnen in denen Hamas und andere Organisationen Einrichtungen untergebracht hatten.</p>
<p>Ministerpräsident Olmert gibt das Ziel der Angriffe selbstbewusst an: &#8220;Die Verbesserung der Sicherheitslage&#8221; und die Einstellung der palästinensischen Raketenangriffe. Es lässt sich jedoch nüchtern lediglich feststellen, dass die Sicherheitslage katastrophaler als je zuvor ist und die Zahl der Raketenangriffe auf Israel sprunghaft angestiegen ist. Meldungen über Opfer der palästinensischen Raketenangriffe gibt es derzeit nicht.</p>
<p>Zur Stunde bereitet Israel auch eine Bodenoffensive vor. Panzer und hunderte Soldaten seien auf dem Weg in die Grenzgebiete. Auch wurde der Einsatz von 6500 Reservisten vom israelischen Kabinett beschlossen.</p>
<p>Das alte Bild David gegen Goliath hat sich schon lange umgekehrt. Was negativ auffällt, dass vorallem die deutsche Regierung sich stets weigert Israels Vergeltungspolitik angemessen zu kritisieren. Lediglich Frankreichs Präsident Sarkozy and UN-Generalsekretär Ban fanden deutlichere Worte. Es bleibt zu hoffen, dass auch die arabischen Staaten bei Ihren Dringlichkeitssitzungen, die nächste Woche in Kairo stattfinden, deutliche Worte finden. Jedenfalls trauert die ganze arabische Welt um die Opfer von Gaza. In mehreren Städten, darunter Kairo und Istanbul gingen hunderte Menschen auf die Straßen, um gegen die Luftangriffe zu protestieren.</p>
<p>Vorallem die Unverhältnismäßigkeit der Militäraktionen sollten endlich auch international auf den Prüfstand gestellt werden. Luftangriffe auf Gaza und die gezielte Aushungerung Gazas durch nicht enden wollende Blockaden sollten nicht nur kritisiert, sondern auch auf internationaler Ebene geahndet werden. Der Sinn dieser Maßnahmen zur kollektiven Bestrafung des palästinensischen Volkes erschließt sich mir jedenfalls nicht, vorallem wenn der israelische Ministerpräsident zynischerweise die &#8220;Verbesserung der Sicherheitslage&#8221; im Sinn hat. Die Argumentation der Verhinderung von Selbstmordanschlägen ist mittlerweile verjährt, wird aber wieder aktuell, wenn  Hamas-Funktionäre nun diese Option wieder in Erwägung ziehen. Im Gegenteil wird die Hamas nur mehr Zuspruch finden.</p>
<p>Besonders pikant ist hier der Bericht der israelischen Zeitung Haaretz, dass die israelische Führung bereits ein Jahr vor der Beendigung des Waffenstillstandes mit der Planung eines Schlages gegen Gaza begonnen habe und nun offiziell den Beschuss durch Kazzam-Raketen auf israelische Randgebiete von Gaza aus als Grund für die Einleitung der Offensive nennt. Die doppelzüngige Politik Israels ist weder für die Hamas, noch für die Unschuldigen Gazas verständlich. Der Waffenstillstand, der im Juni dieses Jahres ausgehandelt worden war brachte der Bevölkerung Gazas keine erheblichen Vorteile. Im Gegenteil die Maßnahmen Gaza in ein Freiluft-Gefängnis zu verwandeln nahmen zu. Keine Nahrung, kein Treibstoff, keine Hilfslieferungen der UN, keine UN-Beobachter wurden in den Gazastreifen gelassen. Der völkerrechtswidrige Aspekt der kollektiven Bestrafung der Bevölkerung wurde nicht diskutiert. Im Gegenteil, als die Grenzen für vereinzelte Lieferungen stundenweise geöffnet wurden, haben westliche Medien einen Grund gefunden den Ernst der Lage zu verharmlosen. Kriegsverbrecher nach den Balkan-Kriegen vor den Internationalen Gerichtshof zu schleifen ist eine Sache. Einfach zusehen wie immer wieder gegenwärtig gegen Völkerrecht verstoßen wird eine andere Sache. Außerdem hat Israel mit einer Militäroperation gegen Hamas-Funktionäre im Gaza-Streifen in der Nacht der US-Präsidentschaftswahlen bereits gegen die Vereinbarungen des Waffenstillstandes verstoßen. Die Antwort von Hamas war die Wiederaufnahme des Raketenbeschusses.</p>
<p>Wenn die israelische Führung von Erfolg oder Misserfolg ihrer Operationen spricht, dann muss klar sein, dass beide Begriffe sich nicht verwenden lassen. Sinn und Zweck der Maßnahmen sind regelmäßig schlicht und einfach Vergeltung. An einer langfristigen Friedenspolitik kann und darf Israel nicht interessiert sein, denn es muss sich immer die Möglichkeit der Vergeltung auf vereinzelte Angriffe militanter Palästinenser offenhalten. Jeder Ausbruch aus dieser Politik würde das politische Ende der jeweiligen israelischen Administration bedeuten, denn die Kräfte die Vergeltung fordern sind in Israel einfach zu groß. In diesem Punkt sind sich selbst die verschiedenen rivalisierenden politischen Kräfte in Israel einig und Olmert als Regierungschef weiß den Großteil seiner Landsleute hinter sich. Eine Frage bleibt: Muss sich ein Staatschef lediglich seinen eigenen Leute gegenüber verantworten?</p>
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		<item>
		<title>Koran, Kalisch und die Kritiker</title>
		<link>http://exoriente.eu/?p=226</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2008 02:55:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Islam und Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Apostasie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sven Muhammad Kalisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem Jahr in Kairo erwartet man nicht viele Neuigkeiten in einer sonst sehr ruhigen Universitätsstadt wie Münster. Während meines Studiums habe ich häufig Lehrveranstaltungen von Prof. Muhammad Kalisch besucht. Seit 2004 ist Kalisch ordentlicher Professor für &#8220;Religion des Islam&#8221; am Centrum für Religiöse Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zum ersten Mal sollten junge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-472" title="kalisch" src="http://exoriente.eu/wp-content/uploads/2008/12/kalisch-300x200.jpg" alt="kalisch" width="300" height="200" />Nach einem Jahr in Kairo erwartet man nicht viele Neuigkeiten in einer sonst sehr ruhigen Universitätsstadt wie Münster. Während meines Studiums habe ich häufig Lehrveranstaltungen von Prof. Muhammad Kalisch besucht. Seit 2004 ist Kalisch ordentlicher Professor für &#8220;Religion des Islam&#8221; am Centrum für Religiöse Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zum ersten Mal sollten junge Lehramtsstudenten zu Lehrern für einen islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden, um endlich Forderungen zu realisieren, die schon seit über 20 Jahren immer wieder laut wurden, schließlich hätten auch Schulkinder islamischen Glaubens das Recht einen Religionsunterricht zu bekommen, der zum einen qualitativ hochwertig ist und daneben nicht in Koranschulen unter der Aufsicht ältlicher Geistlicher aus der Türkei betrieben wird, womöglich von jemandem, der wenig dazu beitragen kann einen moderenen Islam in deutscher Sprache zu lehren, um so junge Muslime aus einer Identitätskrise zu holen und, um fundamentalistischen Tendenzen entgegenzutreten.</p>
<p>Jedenfalls stößt Kalisch auf Kritik, wenn er eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Koran, sowie mit der islamischen Geschichte und dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit Muhammad, dem Menschen, der nach islamischer Auffassung Gottes Botschaft als letztes Glied einer Kette von Propheten von Adam über Abraham, Moses und Jesus erneut unter die Menschen gebracht hat. Hier kommen wir zur Frage ob das Bild, dass wir über Mohamed haben mit einer historisch kritischen Forschung vereinbar ist. Das was wir über die islamische Geschichte wissen, haben wir aus dem Koran und den Hadithen, den Taten und Aussprüchen des Propheten, die über lange Überliefererketten weiter tradiert wurden. Weiterhin stützen sich Islamwissenschaftler auch auf die Biographie des Propheten, verfasst von Ibn Ishaq und herausgegeben von Ibn Hisham. Der Text, der 120 Jahre nach dem Tode des Propheten verfasst wurde zeichnet ein sehr menschliches Bild des Propheten mit Fehlern und Schwächen. Wissenschaftler, Muslime, wie Nicht-Muslime gehen in ihren Forschungen über die Anfänge des Islam allzu leichtfertig mit den Überlieferungen um. Es hat sich eingebürgert zu sagen, dass dieser und jener Text vertrauenswürdiges Material ist und die herrschende Lehre ist immer leicht zu befolgen. Kritiker wie Patricia Crown und Henri Lammens sehen die Biographie als nachträgliche Interpretationsliteratur zum Koran und stellten mit ihren Thesen unser Bild von der frühislamischen Geschichte auf dem Kopf. In wie weit ist das, was wir über die islamische Geschichte wissen gesichert? Gab es einen Mann der Muhammad hieß und das gepredigt hat, was wir diesem heute zuschreiben? Wurde dieser Mann vielleicht ein paar hundert Jahre konstruiert, um den Anspruch des Islam zu festigen die letzte Botschaft Gottes zu sein? Wieso sprechen Münzfunde gegen ein großes islamisches Reich rund 300 Jahre nach Beginn der islamischen Zeitrechnung? Wo ist der historische Kern der Überlieferungen und was ist nachträgliche Glorifizierung, um die eigene Herrschaft über die Gemeinde zu legitimieren? Das sind alles Fragen, die Grundprinzipien des islamischen Glaubens in Frage stellen. Hier wird nicht thematisiert wie wir religiöse Texte auszulegen haben. Sie gehen vielmehr auf das Fundament des Glaubens zurück. Das Glaubensbekenntnis (shahada) &#8220;Ich bezeuge dass es keinen Gott außer dem einzigen Gott gibt und, dass Muhammad der Gesandte Gott ist&#8221; macht jeden der es mit der inneren Überzeugung und der wahren Absicht (niya) ausspricht zum Teil der islamsichen Gemeinde.</p>
<p>Hochgeachtete Forscher wie Tilman Nagel und Rudi Paret scheinen eine Art &#8220;Gottvertrauen&#8221; in diese Quellen zu haben. Was auch sont? Denn würde bewiesen werden, dass uns beispielsweise der Koran nicht in seiner ursprünglichen Form vorliegt, dann ziehen wir uns als Wissenschaftlern den eigenen Teppich unter den Füßen weg und so hat Muhammad Kalisch auch von Kollegen Prügel bezogen. Die vier größten Islamverbände hatten die Zusammenarbeit mit Kalisch, Leiter des Centrums für Religiöse Studien aufgekündigt.</p>
<p>&#8220;Kalisch bezweifelt    grundsätzliche Lehren des Islam in so einer krassen Weise, dass man dem    nicht mehr folgen kann&#8221;, sagte Ayyub Axel Köhler, Vositzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Weiter sagte er, Kalisch ziehe etwa die Existenz    des Propheten Mohammed und die Grundlagen der Entstehung des Korans in    Zweifel.</p>
<p>Hier stellt sich die Frage ds Verhältnis von Glaube und Wissenschaft. Was ist das Verhätnis von Glaube und Wissen? Viele Muslime würden sagen &#8220;Ich glaube, also weiß ich&#8221;. Was ist mit der Umkehrung &#8220;Ich weiß, also glaube ich&#8221;? Jedenfalls steht fest, dass lediglich seine Kritiker Kalisch zum Apostaten erklärt haben. Kalisch will nicht missionieren, nicht überzeugen, sondern hat schon immer Meinungen dargestellt und Kontroversen aufgezeigt. Das ist die Basis universitärer Forschung und der Auseinandersetzung mit dieser. Natürlich muss sich Kalisch Kritik von Islamverbänden gefallen lassen, wenn Sie ihm nicht mehr zutrauen fpr die Ausbildung von islamischen Religionslehrern geeignet zu sein. Aber hier stellt sich die Frage, ob Glauben schulisch vermittelt werden kann. Ist dafür nicht jeder selbst zuständig?</p>
<p>Sollten sich die Fronten weiter verhärten, dann ist das ganze Projekt &#8220;Islamunterricht an deutschen Schulen&#8221; wohl gescheitert. Auch dann wenn Kalisch ausgetauscht wird und jemand lehrt, der dogmatisch an die Materie herangeht, wird es Kritk hageln. Denn meiner Meinung nach gibt es hier keinen Weg, der alle Seiten zufriedenstellen würde. Meiner Meinung nach sind Religionslehrer nicht dazu da Schüler auf den rechten Weg im Sinne ihres Glaubens zu führen, sie zu gläubigen Menschen zu machen. Er sollte jemand sein, der Wissen vermittelt, die Schüler zu mündigen Bürgern macht. Es ist nur von Vorteil wenn man sich auch in der Schule mit dem Verhältnis von Glauben und Wissenschaft auseinandersetzt. Denn wenn dies nicht dort geschieht, wann dann? Gläubige Menschen werden doch jeden Tag vor diese Frage gestellt und jeder zweifelt. Und wenn die Islamverbände einmal im Koran blättern, dann werden sie feststellen, dass doch auch ihr Prophet lange, sehr lange gezweifelt haben muss. Zum Schluss erinnere ich mich an einen Dozenten für Geschichte an meiner Universität, der sagte: &#8220;Für Sie ist hier kein Platz, wenn Sie nicht wissenschaftlich arbeiten können.&#8221;</p>
<p>Hier sollte sich die Theologie die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll ist die Definition von Wissenschaftlichkeit zu biegen und zu brechen. Theologen brechen sich doch selbst ein Bein, wenn sie wie aufgescheuchte Hühner um sich schlagen und damit nur beweisen was für ein geringes Glaubensfundament sie haben und wie gering ihr Vertrauen in den eigenen Glauben ist. Wer wie Kalisch Dinge in Frage stellt, der wird seine Argumente untermauern, vorallem wenn er sich der Wissenschaftlichkeit verschrieben hat. Er wird es nicht nur tun, sondern er wird es müssen, um sich nicht völlig zu diskreditieren. Ich jedenfalls warte gespannt auf die Veröffentlichung seiner Forschungen! Ich denke, dass hier auch die Hauptkritik anzubringen wäre, denn man kann viele Thesen und Theorien über die frühislamische Zeit aufstellen. Ob diese stichhaltig, gebründet und wissenschaftlich fundiert sind lässt sich erst sagen, wenn man entsprechende Veröffentlichungen in der Hand hält. Meiner Meinung nach ist jede Aufregung egal ob von muslimischer oder nicht-muslimischer Seite sehr verfrüht und wer stark im Glauben ist, der wird sich nicht durch Theorien beirren lassen. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht mit ihnen auseinandersetzen muss&#8230;</p>
<p>Außerdem müssen wir auch sehen, dass bestimmte Leute sicherlich Interesse haben Kalisch unter Druck zu setzen. Wie unlängst zu lesen war werden Mitarbeiter des CRS verdächtigt Forschungsgelder veruntreut zu haben. Die Frage ist am Ende ob es hier wirklich um Kalischs theologische Forschungen geht oder ob da nicht jemand am Ast sägt auf dem der Professor (noch) sitzt, ob er selbst an jemandes Ast sägt oder generell wer wem an den Kragen will&#8230;</p>
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		<title>Bis zu 15 Touristen in Aswan, Ägypten entführt</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 12:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Roters</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein Jahr Kairo]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorimus]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Mittag haben ägyptische Sicherheitskreise und das italienische Außenministerium bekanntgegeben, dass bis zu 15 Touristen in der Nähe von Aswan, Ägypten entführt worden seien. Unter den Geiseln befinden sich fünf Deutsche und fünf Italiener und eine Gruppe von Rumänen, auch vier Tourguides seien unter den Verschleppten. Der italienische Außenminister Fratini befand sich auf dem Weg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Mittag haben ägyptische Sicherheitskreise und das italienische Außenministerium bekanntgegeben, dass bis zu 15 Touristen in der Nähe von Aswan, Ägypten entführt worden seien. Unter den Geiseln befinden sich fünf Deutsche und fünf Italiener und eine Gruppe von Rumänen, auch vier Tourguides seien unter den Verschleppten. Der italienische Außenminister Fratini befand sich auf dem Weg nach New York, um an der Vollversammlung der UN teilzunehmen als er von der Krisensituation erfuhr.</p>
<p>Al Jazeera Korrespondent Amr el-Kahky sagte in seinem Bericht gegenüber seinem Sender, dass der Süden Ägypten sicher sei. Jeder Touristenkonvoi sei sets begleitet von Sicherheitskräften. Der Reporter sagte auch er habe erfahren, dass man in Sicherheitskreisen davon ausginge, dass die Geiseln in den Süden über die Grenze in den Sudan verschleppt werden.</p>
<p>1997 ist zuletzt ein Anschlag auf Touristen geschehen, als 58 Touristen in einer Tempelanlage in Luxor, nördlich von Aswan.</p>
<p>Meiner eigenen Einschätzung nach handelt es sich bei den Tätern wahrscheinlich nicht um Ägypter. Wie hart die ägyptische Wirtschaft und das ägyptische Volk nach den Ereignissen von 1997 getroffen wurde hat man an Umsatzeinbrüchen im ägyptischen Tourismussektor von über 60% festgestellt. Die meißten Ägypter leben direkt oder indirekt vom Tourismus. Anders als in Afghanistan oder im Irak oder auch Jemen, hat sich hier nie eine &#8220;Kidnapping-Industrie&#8221; gebildet. Dieses Ereignis ist für die Ägypter neu und man ist hier in höchster Alarmbereitschaft, denn sollte der sichere Tourismus sterben, dann stirbt auch Ägypten&#8230;</p>
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